Hydrosconsult - Hydrologie und Geomatik für die Wasserwirtschaft
Hydrosconsult - Hydrologie und Geomatik für die Wasserwirtschaft

Sturzfluten / Wild abfließendes Wasser - Abflussbildung bei Starkniederschlag

Starkniederschläge und daraus resultierendes Sturzfluten / wild abfließendes Wasser haben oft erhebliche Schäden zur Folge, die ähnliche Größenordnungen annehmen können wie die Hochwasserschäden entlang von Flüssen (URBAS 2008). Derartige Ereignisse können fast überall auftreten - in Siedlungsgebieten oder außerhalb, auch bei Flächennutzungen wie Wald oder Wiesen, auf Ackerflächen häufig verbunden mit Erosion. Sie sind meist an kurze räumlich begrenzte konvektive Niederschlagsereignisse gebunden und können eine Überlastung der Kanalisation und große Schäden im Siedlungsgebiet verursachen.

 

Während die Hochwassergefahrenkartierung entlang von Fließgewässern große Fortschritte macht, wird die Problematik der Auswirkungen von Starkniederschlägen aufgrund des häufig lokalen Charakters eher bei den Kommunen gesehen.

Starkregen - Was können Kommunen tun
Broschüre des Informations- und Beratungszentrums Hochwasservorsorge Rheinland-Pfalz und der WBW Fortbildungsgesellschaft für Gewässerentwicklung (2012)
Starkregenbroschuere.pdf
PDF-Dokument [7.3 MB]

Im Rahmen des Projektes Wasser- und Bodenatlas Baden-Württemberg wurde am Institut für Hydrologie der Universität Freiburg das GIS-basierende, prozessorientierte, in höchster räumlicher Auflösung (1*1 m) rechnende Starkniederschlags-Abflussbildungs-Modell DROGen entwickelt, das in der Lage ist, durch einzelne oder summarische Ausweisung der schnellen Abflusskomponenten

  • HOA Hortonscher Oberflächenabfluss
  • SOA Sättigungsflächenabfluss
  • MPZA Makroporenzwischenabfluss

und geeigneten Abflusskonzentrationsansätzen

  • Abflusshöhen oder -Anteile der einzelnen Komponenten
  • Hochwasserabflussvolumina oder
  • Hochwasserabflusswellen für beliebige Gebiete

zu berechnen.

 

Das Modell wird nicht kalibriert und der Abflussbeiwert ergibt sich dynamisch entsprechend der Entwicklung von Niederschlag und Bodenfeuchte. Mittels Szenarien oder gemessenen Radarniederschlagsdaten kann so z.B. die Abflussbildung in Folge von Starkniederschlägen flächendetailliert in ihrem zeitlichen Ablauf quantifiziert werden.

Nach einschlägigen Untersuchungen, z.B. Klimastatusbericht 2002, ist davon auszugehen, dass zukünftig die Anzahl der Starkniederschläge wie auch deren Intensität zunehmen werden, wie auch der Anteil der Niederschläge, der in Form von Starkniederschlägen fällt. Somit ist davon auszugehen, dass dieses Thema auch in Zukunft nicht an Relevanz verliert, wenn auch die gegenwärtigen Arbeiten im Rahmen der Hochwasser-Risiko-Management-Richtlinie dieses Thema nicht prioritär behandeln.

Poster Wilder Abfluss (JPG2000)
Thematischer Überblick, Modellfunktionalitäten und Ergebnisse des Modells DROGen vor dem Hintergrund regionaler Anwendungen bspw. auf Gemeindeebene
poster_wilder_abfluss_gemeinden.pdf
PDF-Dokument [14.1 MB]
Kurzinformation zum Thema und Modell
drogen_kurz.pdf
PDF-Dokument [941.0 KB]

Referenzen

  • A. Steinbrich, M. Weiler: Ausweisung der für die Hochwasserentstehung wichtigen Abflussbildungsprozesse für Baden-Württemberg Niederschlag-Abfluss-Workshop, 2010
  • A. Steinbrich, M. Weiler: A non-calibrated, runoff process-based rainfall-runoff model for prediction of floods in ungauged basins EGU General Assembly 2010, 2010; Geophysical Research Abstracts 12, EGU2010-6668
  • S. Uhlenbrook, A. Steinbrich, D. Tetzlaff, Ch. Leibundgut: Zusammenhang zwischen extremen Hochwassern und ihren Einflussgrößen KLIWA Symposium, 2001: 187-204
Druckversion Druckversion | Sitemap
© GIT HydroS Consult GmbH - Freiburg i. Br.